Freundlich negativ kritisieren

Jemanden freundlich kritisieren - so kann es klappen

Bild: timsamoff

Manchmal ist es notwendig, dass man andere Personen kritisiert und ihnen mitteilt, dass man mit bestimmten Ihrer Handlungen oder ihren Arbeitsergebnissen nicht zufrieden ist. Wie aber schafft man es, solche negative Kritik freundlich zu gestalten, so dass das Endergebnis positiv ist, die Botschaft ankommt und alle Beteiligten weiterhin gut zusammenarbeiten oder -leben können?

Leo Babauta hat sich hierzu ausgiebige Gedanken gemacht.

Warum kritisieren wir?

Andere Personen zu kritisieren kann verschiedene Gründe haben. Meistens erfolgt Kritik aus einem der folgenden Gründe:

  1. Man möchte erreichen, dass jemand sich oder seine Leistung verbessert bzw. ihm dabei helfen, dies zu erreichen.Dies kann z.B. der Fall sein in einem Über-/Unterordnungsverhältnis, also bei Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern, Eltern und ihren Kindern etc.
  2. Man möchte eine Änderung im Verhalten anderer Personen herbeiführen, weil man für sich selber oder einen Dritten (z.B. das Unternehmen, für das man arbeitet) einen Vorteil daraus verspricht.
  3. Man möchte eine Diskussion über die Art und Weise bestimmten Verhaltens herbeiführen. Hier kann es durchaus sein, dass am Ende das Ergebnis zu Tage tritt, dass das Verhalten einer anderen Person korrekt und zielführend war. Die Kritik dient hier also der Überprüfung der eigenen Ansichten.
  4. Man möchte jemanden verletzen. Auch das kann natürlich ein Motiv von Kritik sein. Darum soll es aber hier gerade nicht gehen.
  5. Man möchte eigene Frustrationen und aufgestauten Ärger loswerden. Manchmal ist auch dies nötig und häufig führt dann eine sachliche Kritik dazu, dass die Fronten geklärt werden und beide beteiligten Seiten in der Folge wieder eine gute Arbeitsebene miteinander haben.
  6. Man möchte das eigene Ego stärken. Indem man andere Personen kritisiert, kann man sich selber in eine übergeordnete Lage versetzen. Das kann gut für das eigene Ego sein, jedenfalls auf den ersten Blick.

Wie kann man freundlich kritisieren?

Indem man die folgenden Punkte beachtet, kann man erreichen, dass Kritik trotz negativem Inhalt freundlich, sachlich und zielführend erfolgt:

  1. Niemanden angreifen. Eine Kritik sollte stets sachlich und nicht durch Vorwürfe geprägt sein („Warum hast Du nur…?„). Gelingt dies, ist es für das Gegenüber deutlich einfacher, die Kritik aufzunehmen und umzusetzen.
  2. Über Handlungen und Verhalten sprechen, nicht über Personen. Eine Kritik sollte sich niemals gegen eine Person als solche richten. Denn eines ist klar: eine ganze Person wird man nie ändern oder verbessern können. Es kann also nur darum gehen, einzelnes Verhalten zu kritisieren. Das sollte sich in der Wahl der Worte wiederspiegeln.
  3. Niemandem sagen, dass er nicht recht hat oder falsch liegt. Eine solche Aussage ist sehr resolut und kann sehr schnell dazu führen, dass jemand sich in seiner Person kritisiert fühlt. Und gerade das soll vermieden werden. Es empfiehlt sich, stets zukunftgerichtet darauf abzustellen, wie man etwas besser machen kann, nicht darauf, dass etwas in der Vergangenheit falsch war.
  4. Nicht kritisieren. Vor jeder Kritik sollte man abwägen, ob diese Kritik im Moment wirklich erforderlich und zielführend ist. Jemand, der ständig kritisiert, verschießt sein Pulver schnell bei Kleinigkeiten und wird bei wirklich wichtiger, weil zielführender, Kritik dann nicht mehr wahrgenommen, sondern als Dauer-Nörgler abgestempelt. Eine gute Kritik kann es also auch mal sein, nicht zu kritisieren. Hier sollte man aber nicht den Fehler machen und Wochen oder Monate später die Sache wieder hervorzukramen. Hat man sich einmal entschieden, nicht zu kritisieren, sollte man dies auch stringent weiter verfolgen.

Wie haltet Ihr es mit dem Kritisieren? Was sind Eure Tipps?

zenhabits | How to Give Kind Criticism, and Avoid Being Critical

Autor: Oliver Jung

Gebürtiger und Wahl-Ruhrgebietler und bekennender Geek. Ständig auf der Suche, sich das Leben zu erleichtern, nutzt er alltagshacks dazu, seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Oliver ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

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