Häufige Ausreden gegen Laufen und warum Ihr trotzdem laufen solltet

Ausreden nicht zu laufen und Gründe für das Laufen

Bild: Malkav

Es gibt viele Gründe, mit dem Laufen zu beginnen. Leider gibt es auch viele Ausreden, um nicht damit zu beginnen. Hier sind häufige Ausreden und Argumente gegen diese Ausreden und für das Laufen!

Ich habe keine Zeit zu laufen!

Ihr habt keine Zeit, um zu laufen? Steht eine halbe Stunde früher auf und nutzt die täglich gewonnene halbe Stunde für einen Lauf. Auch am Wochenende sollte jeder einmal 45 bis 60 Minuten für eine Trainingseinheit abzwacken können. Steht Ihr nur zwei Mal die Woche eine halbe Stunde eher auf und lauft zudem am Wochenende eine Stunde lang, kommt Ihr bereits auf zwei Stunden Trainingszeit. Theoretisch kann man sich damit innerhalb von einem Jahr auf einen ersten 10 KM-Lauf vorbereiten. Könnt Ihr sogar mehr als eine halbe Stunde unter der Woche oder mehr als zwei Trainingseinheiten unter der Woche einrichten? Um so besser, dann ist sogar ein Halbmarathontraining möglich. Aber auch, wenn Ihr nur lauft, um fitter zu werden, gilt: besser wenig als gar nicht!

Eine weitere Möglichkeit, Zeit zum Laufen zu finden, ist die Mittagspause: hat Euer Arbeitgeber vielleicht eine Dusche? Dann nutzt die Mittagspause für einen Lauf!

Ich kann morgens einfach nicht früher aufstehen!

Das dachte ich bis vor Kurzem auch. Dann musste ich zu einer Dienstreise antreten, bei der mein Flieger bereits um 06:20 Uhr abflog. Das hieß für mich aufstehen um 04:45 Uhr. Habe ich das gemacht? Na klar! Am Flughafen dachte ich mir dann: wenn Du für den Job zwei Stunden eher aufstehst als üblich, dann kannst Du auch 30-45 Minuten eher aufstehen, um Sport zu machen.

Seid ehrlich zu Euch selbst: Würdet Ihr eher aufstehen, wenn Euer Job dies erfordern würde? Wenn Ihr das sogar für Euren Job macht oder machen würdet, dann solltet Ihr das erst recht für Euch selber machen!

Ich habe keine gute Laufausrüstung!

Vergesst alles, was Ihr in Laufmagazinen oder im Internet zu unbedingt notwendiger Laufausrüstung gelesen habt! Um mit dem Laufen zu beginnen, benötigt man lediglich eine Sporthose (kurz im Sommer, lang im Winter) und ein T-Shirt (im Sommer) bzw. T-Shirt und Sweatshirt oder Trainingsjacke im Winter sowie ein Paar Laufschuhe (für den Anfang reichen hier sogar preiswerte Schuhe vom Discounter, die in den zahlreichen Tests im Übrigen gar nicht so schlecht abgeschnitten haben).

Alles andere ist zwar schön (insb. echte Lauffunktionskleidung), aber nicht unbedingt erforderlich! Auch und insbesondere ein Pulsmesser oder andere technische Ausrüstung ist gerade am Anfang nicht nötig und ggf. sogar hinderlich.

Ich kann gerade einmal ein paar Sekunden laufen, dann bin ich aus der Puste!

Auch das ist kein Hindernis! Lauft einfach los. Wenn es nicht mehr geht, hört auf zu laufen und geht weiter. Nehmen wir an, Ihr könnt nur 30 Sekunden laufen. Dann geht im Anschluss eine Minute. Dann lauft wieder 30 Sekunden mit anschließendem Gehen. Macht das anfangs für 20 Minuten und versucht im Laufe der Zeit immer weniger zu gehen und immer mehr zu laufen. Schon sehr bald werdet Ihr 20 Minuten am Stück laufen können! Und denkt vor Allem daran: bei Laufanfängern kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern darauf erst einmal Grundausdauer zu entwickeln, so dass man immer länger laufen kann.

Ich finde einfach keinen geeigneten Trainingsplan!

Trainingspläne sind für fortgeschrittene Läufer toll, um schneller zu werden oder das letzte Stückchen mehr Grundausdauer zu bekommen. Anfänger brauchen in den seltensten Fällen einen Trainingsplan. In der Praxis hat sich folgende Herangehensweise bewährt:

Konntet Ihr beim ersten Training 20 Minuten am Stück laufen? Dann versucht, Euch permanent zu steigern. Absolviert z.B. drei Einheiten mit 20 Minuten, dann drei mit 21 Minuten, dann drei mit 22 Minuten usw. So habt Ihr nicht nur realistische Ziele vor der Brust, sondern gebt Eurem Körper auch Zeit, sich an die höher werdende Belastung anzupassen. Geschwindigkeit, Steigungen, Puls usw. sind im Anfängertraining m.E. völlig unerheblich. Anfänger werden sich steigern, wenn sie es wollen und ihr Training nach und nach ausweiten.

Ich weiß nicht, in welcher Geschwindigkeit ich laufen soll!

Für Anfänger gilt hier: lauft so, dass Ihr Euch wohl fühlt und nicht den Eindruck habt, Euch zu überfordern. Nach einer Trainingseinheit und einem Tag Pause solltet Ihr in der Lage sein, die nächste Trainingseinheit anzugehen. Könnt Ihr das nicht, solltet Ihr einen Gang zurückschalten, damit Euer Körper sich erst einmal an die Belastung gewöhnen kann.

Ich kann aber nur einen Tag pro Woche laufen!

Super! So abgedroschen das auch klingen mag: einen Tag zu laufen ist besser als keinen Tag zu laufen! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man sich sogar mit einem Tag pro Woche steigern kann. Das geht dann natürlich nicht in den gleichen Schritten wie bei häufigerem Training, aber es geht! Also lauft los und macht Euch keine Gedanken dazu, dass es Euer einziger Lauf in der Woche ist. Euer Körper wird Euch auch diesen einen Lauf danken!

Laufen macht mir keinen Spaß!

Wenn Euch Laufen partout keinen Spaß macht, seht Euch nach Alternativen um. Aber bedenkt dabei, dass Laufen einige gravierende Vorteile ggü. anderen Sportarten hat:

  • Man kann überall laufen! Ich laufe immer sofort vor meiner Haustür los, um den zeitlichen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Klar ist es im Wald schöner, aber bis ich da bin, habe ich schon drei Kilometer rund um unser Haus abgespult.
  • Man benötigt nur wenig Ausrüstung! Siehe oben: Laufschuhe und Sportkleidung und schon kann es los gehen!
  • Laufen ist effektiv! Auch wenn Laufen vielleicht nicht die effektivste Sportart von allen ist, so trainiert Laufen den Körper sehr wohl ganzheitlich!
  • Laufen ist preiswert! Sind Laufschuhe erst einmal angeschafft, kann man für lange Zeit kostenlos Sport treiben. Keine Kosten für Fitnessstudio, keine Mitgliedsbeiträge etc.

Wollt Ihr also trotz fehlendem Spaß laufen wollt, könnt Ihr Folgendes probieren:

  • Gemeinsam laufen. Vielleicht findet Ihr ja einen Tainingspartner? So kann man sich nicht nur gegenseitig motivieren, sondern sich auch während des Laufens unterhalten, was das Laufen noch kurzweiliger machen kann.
  • Ihr habt ein Smartphone oder einen mp3-Player? Prima, dann man kann die Laufzeit prima nutzen, um Musik, Hörbücher oder Podcasts zu hören. Wenn ich Podcasts oder Hörbücher habe, die mich interessieren, nutze ich meine Laufzeit gerne dazu, diese zu hören. Ich gewinne mit dem Laufen also nicht nur Zeit für Sport, sondern auch Zeit für das Hören, die ich sonst nicht habe!
  • Baut das Laufen in den Tagesablauf ein! Es kann Motivation sein, sich Ziele zu setzen: z.B. erst 20 Minuten laufen, dann beim Bäcker Brötchen holen o.ä.

Habt Ihr weitere Tipps, um den inneren Laufschweinehund zu besiegen?

Autor: Oliver Jung

Gebürtiger und Wahl-Ruhrgebietler und bekennender Geek. Ständig auf der Suche, sich das Leben zu erleichtern, nutzt er alltagshacks dazu, seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Oliver ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

2 Kommentare

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