Test Familienurlaub: Royal Son Bou Family Club Menorca

Royal Son Bou Family Club - Menorca - Spanien

Vom 01.09. bis zum 16.09.2013 habe ich mit meiner Frau, unserem Sohn (3) und unserer Tochter (1) Familienurlaub im Royal Son Bou Family Club auf Menorca gemacht. Hier ist unser Testbericht.

Unsere Buchung

Wie wir es immer tun, haben wir uns vor Buchung unseres Familienurlaubs ausgiebig in unserem Reisebüro beraten lassen, welche Urlaubsziele für uns für die ersten zwei Septemberwochen in Betracht kommen. Maßgeblich für uns waren insbesondere folgende Kriterien:

  • Wettersicherheit: wir (und insbesondere unsere Kinder) wollen baden – sowohl im Pool als auch im Meer. Wir suchten danach nach einer Region, bei der auch Anfang September noch entsprechende Temperaturen relativ sicher sind, bei denen ein Badeurlaub möglich ist.
  • Strandnähe: wer selber kleine Kinder hat, weiß wie nervig es sein kann, wenn man mit Sack und Pack erst einmal kilometerlange Wanderungen hinter sich bringen muss, um an den Strand zu kommen. Wir wollten daher Strandnähe: je näher am Strand, desto besser.
  • Kinderanimation: Obwohl unsere Kinder noch relativ klein sind, stehen sie total auf Kinderanimation. Daher war unsere Anforderung, dass in unserem Hotel ein entsprechendes Programm besteht, das auch für kleinere Kinder geeignet ist.
  • Vier-Sterne plus: seit wir mit Kindern reisen, legen wir Wert auf höheren Komfort. Wir wollten daher ein Hotel mit mindestens vier Sternen.

Nachdem wir diese Kriterien festgezurrt hatten, hat das Reisebüro unseres Vertrauens uns verschiedene Vorschläge unterbreitet, darunter den Royal Son Bou Family Club auf Menorca. Nach umfangreicher Internetrecherche haben wir uns in Abwägung mit den anderen Angeboten letztendlich für diesen Club entschieden. Nach Menorca geflogen sind wir am 01.09.2013, zurückgekehrt am 15.09.2013. Unser Reiseveranstalter war Neckermann, geflogen sind wir mit Air Berlin.

Anreise

Abgesehen davon, dass unser Hinflug relativ spät stattfand – wir kamen erst nach 21 Uhr im Hotel an – war die Anreise so unproblematisch, wie man es sich nur wünschen kann. Alle Beteiligten waren nett und zuvormkommend – begonnen bei den Flugbegleitern über die Busfahrer bis hin zur Reiseleitung.

Absolut positiv hervorzuheben ist, dass man vom Flughafen in Mahón auf Menorca bis hin zum Royal Son Bou Family Club gerade einmal ca. 15 Minuten mit dem Bus benötigt. Das war um so schöner als unsere Kinder müde waren und Hunger hatten. Da war es eine nette Überraschung, dass die im Neckermann-Prospekt avisierten 20 Minuten sogar unterboten wurden.

Kaum angekommen im Royal Son Bou Family Club folgte dann die nächste positive Überraschung: vor dem Hotel standen geschätzte 30 Gepäckwagen zur Verfügung, wie man sie vom Flughafen kennt. Meine Frau und ich mussten schon einmal unsere Koffer Stück für Stück in ein Hotel bekommen, während wir auch noch einen Kinderwagen bei uns hatten. Insofern wissen wir dies zu schätzen. Die große Anzahl der verfügbaren Gepäckwagen führte dann auch dazu, dass jede der anreisenden Familien einen solchen Wagen bekam und keiner sein Gepäck tragen oder einzeln hinter sich her ziehen musste.

Das Check-In im Hotel erfolgte dann auch flott und die freundliche Dame an der Rezeption schickte uns sofort in eines der beiden Restaurants, da es nur noch für etwa eine halbe Stunde Abendessen gab. Wir brachten also unsere Koffer kurz ins nahe gelegene Apartment und aßen danach zu Abend.

Insgesamt verlief die Anreise genau so, wie man sich das als vierköpfige Familie bei einem Cluburlaub wünscht. Im Anschluss an das Abendessen sind wir in unser Apartment gegangen und sind alle vier sofort k.o. und voller Vorfreude auf den nächsten Tag ins Bett gefallen.

Aufenthalt

Bei einem Familienurlaub in einem Hotel sind für uns drei Dinge wichtig: eine saubere und funktionelle Unterkunft, gutes Essen und ein Rahmenprogramm für unsere Kinder (Kinderanimation). Ohne bereits jetzt zu viel vorweg zu nehmen: unsere Erwartungen wurden in allen Punkten mehr als erfüllt.

Unterkunft

Am nächsten Morgen haben wir zunächst unser Apartment ausgiebig begutachtet. Das Apartment bestand aus aus einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer sowie einem Badezimmer mit einer durch Glastür abgetrennter Toilette. Alle drei Räume gingen von einem Flur ab, in dem sich zudem eine Küchenzeile befand.

Hier zunächst einmal ein paar optische Impressionen vom Apartment (ein größeres Bild wird bei Klick auf das jeweilige Vorschaubild geöffnet):

Obwohl sich während unseres Urlaubs herausgestellt hat, dass wir sie nicht benötigen, haben wir auf das Vorhandensein einer Küchenzeile im Vorfeld viel Wert gelegt, da wir zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht wussten, ob unsere Tochter bereits feste Nahrung zu sich nehmen wird oder wir ihr noch separate Beikost werden kochen müssen. Die Küchenzeile war mit zwei Herdplatten, Spüle und Kühlschrank funktional eingerichtet. Alles Geschirr, Besteck und ausreichend Kochtöpfe und Pfannen waren vorhanden. Was uns sofort positiv auffiel: es gab nicht nur Geschirr für Erwachsene, sondern auch Plastikbecher für Kinder. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir unser Arsenal an Plastikgeschirr nicht mit nach Spanien nehmen müssen. Bislang haben wir das aber in jedem Urlaub benötigt. Insoweit war der Royal Son Bou Family Club eine sehr positive Ausnahme.

Unser Apartment nebst Balkon war sehr sauber. Das galt auch für das Bad, das zwar schon etwas in die Jahre gekommen war, aber gleichwohl in Punkto Sauberkeit und Funktionalität keinen Raum für Kritik ließ. Alles in allem waren wir vom ersten bis zum letzten Tag vollkommen zufrieden mit unserem Apartment. Im Hotel wurde ein gratis WLAN-Zugang angeboten, der beinahe überall in der Hotelanlage funktionierte, so auch in unserem Apartment. Das Apartment hatte zudem einen Safe. Aus früheren Urlauben wissen wir, dass man in machen Hotels für die Nutzung des Safes extra bezahlen muss. Umso mehr hat uns gefreut, dass die Aushändigung des Safe-Schlüssels ohne jede Gegenleistung (außer einer bei Abreise erstatteten Kaution in Höhe von zehn Euro) erfolgte. Auch vier kostenlose Badehandtücher haben wir bei dieser Gelegenheit erhalten. Letztere wurde jeweils am Freitag gegen frische Handtücher getauscht.

Das Apartment war im Übrigen mit zwei Fernsehern ausgestattet – je einer in Wohnzimmer und Schlafzimmer. Insgesamt waren wir mit der Ausstattung des Apartments sehr zufrieden. Das einzige, was es – wenn überhaupt – zu bemängeln gibt, sind die wenigen Ablagemöglichkeiten für Kleidung. Es gab im Kleiderschrank eine Kleiderstange und ein großes Ablagefach sowie etwa acht Schubladen. Für eine vierköpfige Familie ist das bei zwei Wochen Aufenthalt nicht ausreichend. Wir haben uns damit beholfen, dass wir stapelbare Kleidung auf den beiden Nachtischen abgelegt haben – ging auch und war keine große Einschränkung.

Die Rezeption war zu jederzeit mit sehr gut deutsch und englisch sprechenden Mitarbeitern besetzt. All unsere Fragen nach Auskunftszielen etc. wurde sehr engagiert beantwortet.

Kleiner Tipp am Rande für alle zukünftigen Urlauber im Royal Son Bou Family Club: falls Ihr mit einem Kinderwagen anreist, bittet schon bei Reisebuchung um ein Apartment im Erdgeschoss. Die Apartments in den beiden Obergeschossen sind nur über Treppen zu erreichen, so dass man den Kinderwagen täglich mehrfach hoch und runter tragen muss. Wir hatten ein Apartment im Erdgeschoss und waren daher auch hiermit sehr zufrieden.

Das Hotel verfügt über zwei Pools: ein großer tiefer Pool für Erwachsene und ein kleinerer flacher Pool für Kinder. Hier fängt an, was sich durch das gesamte Hotel hinzieht: alles ist auf Familien mit Kindern ausgerichtet. In dem Kinderpool konnte selbst unsere einjährige Tochter an jeder Stelle ohne Probleme alleine stehen und alles Kinder hatten die Möglichkeit sich so richtig im Pool oder dem zum Pool gehörigen riesengroßen Piratenschiff so richtig auszutoben.

Bei beiden Pools gab es eine sehr große Anzahl an Liegen, so dass man niemals Gefahr lief, sich einmal nicht an den Pool der Wahl legen zu können. Dementsprechend gab es auch keine Handtuch-Liegen-Reservierer, was wir ebenfalls als sehr angenehm empfanden.

Hier ein paar Impressionen zu den Poolanlagen (bei Klick auf die Vorschaubilder öffnet sich ein größeres Bild):

Essen

Das Essen war während unseres gesamten Aufenthalts abwechlungsreich und gut. Es gab im Hauptrestaurant ein separates Kinderbuffet, weswegen wir dort gegessen haben. Von Miturlaubern wissen wir aber, dass auch das kleinere der beiden Restaurants sehr gutes Essen serviert hat und dass es dort sogar wechselndes Show-Cooking gab. Dies gab es im Hauptrestaurant zwar nicht, wir waren aber trotzdem immer zufrieden und sowohl Eltern als auch Kinder haben stets etwas wohlschmeckendes gefunden.

Um nicht zu sehr ins Schwärmen zu geraten, hier allerdings zwei Punkte (aka Jammern auf sehr hohem Niveau), die verbesserungsfähig sind:

  • Der Fahrstuhl zum Hauptrestaurant: zum Hauptrestaurant kommt man, indem man eine Etage über eine Treppe oder einen Fahrstuhl zurücklegt. Ist man – wie wir- mit einem Kinderwagen unterwegs, nutzt man meistens den Fahrstuhl. Leider passte in diesen sehr sehr sehr kleinen Fahrstuhl immer nur ein einziger Kinderwagen mit seinen Begleitpersonen. Selbst, wenn nur ein Erwachsener den Kinderwagen begleitet, hatte man keine Chance, einen zweiten Kinderwagen unter zu bekommen. Das wiegt umso schwerer als nicht selten bis zu 50 (!) Kinderwagen vor dem Restaurant geparkt waren, von denen jeder einzelne bei einer Alleinfahrt hinauf geschafft werden musste. Da wir trotzdem nie wirklich lange warten mussten und insbesondere kein einziges Mal unseren Kinderwagen die Treppe hinauftragen mussten, war dies für uns nicht weiter schlimm. Wahrscheinlich kann man im Royal Son Bou Family Club ohnehin an dieser Tatsache nichts mehr ändern – eine kleine Kritik ist sie aber trotzdem wert.
  • Die Beschriftung des Essens: in unserer ersten Woche war das Essen im Hauptrestaurant immer vorbildlich beschriftet. Man erkannte anhand der angebrachten Beschilderung sofort, welche Zutaten in dem durchweg lecker aussehenden Essen verwendet wurden. Leider ließ dies in unserer zweiten Woche stark nach. Oftmals waren einzelne Speisen gar nicht beschriftet. Dies war für mich etwas einschränkend, da ich eine Allergie gegen Fisch-Eiweiße habe und beispielsweise die Thunfischsoße genau so aussah wie die Bolognesesoße. Auf Nachfrage haben mir die zahlreichen Köche zwar immer erklärt, um welche soße es sich handelt, lagen aber einmal auch komplett daneben und mein Teller Spaghetti mit Hunfischsoße ging unangerührt zurück.
  • Wartezeit im Restaurant: Während unseres Aufenthalts kam es einmal vor, dass das Restaurant sehr voll war, so dass wir auf einen freien Tisch warten mussten. Dies dauerte aber nicht lang und ein Restaurantmanager machte sich für uns auf die Suche nach einem freiwerdenden Tisch und ließ diesen sofort für uns herrichten.

Wie schon gesagt: wir waren mit dem Essen sehr zufrieden und bitten die vorstehenden Punkte allein als Anregung für Verbesserungspotentiale zu verstehen.

Kinderanimation

Kommen wir zum absoluten Highlight des Royal Son Bou Family Club: das Kinderprogramm. Auch hier zunächst einige optische Impressionen (ein Klick auf die Bilder öffnet größere Ansichten):

Neben dem bereits angesprochenen Kinderpool verfügt das Hotel auch über ein tolles Kinderparadies, das s.g. Kikoland. Dazu kommen zahlreiche Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Hotels: Minidisco, gemeinsames Basteln und Malen, Sport, Besuch eines Streichelzoos, Kino in verschiedenen Sprachen etc. pp. Ich kann gar nicht genug betonen, dass wir ein solches Programm in noch keinem Hotel zuvor gesehen hatten. Unsere Kinder waren absolut begeistert. Auch an unserem einzigen regnerischen Tag gab es ein tolles Kinderprogramm, so dass selbst an diesem Tag keine Langeweile aufkam. Dafür in erster Linie verantwortlich waren die Kinderanimateure, die allesamt mit Lust und Laune an der Sache waren und sich vorbildlich um Kinder jeden Altern gekümmert haben.

Neben der regulären Animation gab es vor dem Hauptrestaurant auch einen Kinderclub. In diesen Club konnten Kinder von ihren Eltern gebracht werden, wenn die Kinder mit dem Essen fertig waren. Hier wurden die Kinder (bis vier Jahre) bespaßt und die Eltern konnten in Ruhe aufessen und auch mal eine Minute länger beisammensitzen. Von unseren Kindern ist zwar nur unser Sohn dort hin gegangen. Es hat ihm aber großen Spaß gemacht und uns sicherlich das ein oder anderen Quängeln erspart.

Alles in allem glauben wir sagen zu können, dass wir bei verschiedensten Club-Urlauben in mindestens Vier-Sterne-Einrichtungen noch keine entsprechende Kinderanimation erlebt haben und würde alleine deshalb erneut in das Hotel fahren.

Abreise

Bei unserer Abreise gab es dann ein kleines Hindernis, für das das Hotel nichts konnte: der Neckermann-Bus hatte uns nicht auf seiner Liste. Ein kurzer Anruf klärte aber auch dieses Mini-Problem und wir kamen sicher und pünktlich zum Flugahafen zurück.

Fazit

Wir hatten eine wirklich tolle Zeit im Royal Son Bou Family Club auf Menorca und würden (und werden vielleicht auch) dort jederzeit wieder Urlaub machen. Hier nochmals zusammengefasst alles Positive:

  • gute, saubere Unterkünfte
  • gutes, abwechslungsreiches Essen
  • herausragendes Kinderprogramm mit sehr engagierten Animateuren
  • sehr zuvorkommendes Personal an Rezeption und im Service
  • viele Zusatzleistungen kostenlos (WLAN, Safe, Badetücher etc.)

Und hier nochmals die wenigen negativen Punkte, die wir als Anregung zur Verbesserung (Jammern auf sehr hohem Niveau) zu verstehen bitten:

  • Zimmer und Teile der Anlagen in die Jahre gekommen, aber trotzdem ohne Ausnahme sicher und sauber
  • zu wenig Ablageflächen für Kleidung im Apartment
  • Fahrstuhl zum Hauptrestaurant viel zu klein dimensioniert
  • Beschriftung des Essens im Restaurant ließ zu wünschen übrig

Der Royal Son Bou Family Club bezeichnet sich selber auf der Homepage als

Das Kinderparadies
Der perfekte Urlaub für und mit Kinder

Nun wissen wir, was damit gemeint ist und können es uneingeschränkt unterschreiben.

Autor: Oliver Jung

Gebürtiger und Wahl-Ruhrgebietler und bekennender Geek. Ständig auf der Suche, sich das Leben zu erleichtern, nutzt er alltagshacks dazu, seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Oliver ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder.

2 Kommentare

  1. Wir haben dort auch schon unseren Urlaub verbracht und können daher dem Beitrag hier nur zustimmen. Wir würden uns auch wieder dafür entscheiden, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

  2. Pingback: Test: Strammer Max Shapewear Shirt | alltagshacks

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